Das Maß der Aufmerksamkeit, das die “Märkte” seit Mitte Mai Gerüchten und Meldungen hinsichtlich QE entgegen bringen, zeigt, wie verletzlich die US-Wirtschaft in Bezug auf diese Asset-Käufe ist.
Seit Jahresbeginn sind die 10-jährigen US-Renditen um rund 20% auf aktuell 2,1% angestiegen. Es gibt erste Meinungen, die den seit 30 Jahren anhaltenden Abwärtstrend bei den Renditen zu Ende gehen sehen.
Welche Bedeutung die Zinsentwicklung für die US-Gesamtwirtschaft hat, wird klar, wenn man sich vor Augen führt, dass ein bis zwei Prozent des BIP-Wachstums vom Hausmarkt generiert werden. Das US-BIP ist zuletzt um annualisiert 2,4% angestiegen, es entfallen also (lediglich) zwischen 0,4 und 1,4 Prozent des Wachstums auf die übrigen wirtschaftlichen Aktivitäten.
Der ISM-Index ist jüngst unter die Scheidelinie bei 50 gesunken und zeigt damit Kontraktion der Fertigungsindustrie an. Dem schwachen Verlauf dieses Stimmungsindex entsprechen der Verlauf der US-Konsumausgaben (PCE) und der Verlauf des von der Fed besonders beachteten PCE-Preisindikators. Die beiden zuletzt genannten Datenreihen entwickeln sich seit einigen Monaten unterhalb ihres Trends (rote Signallinie).



